Ein Wasserhahn im Gartenhaus, eine Leitung im unbeheizten Keller, Getränke in der Garage, Pflanzen im Wintergarten: Überall dort, wo es im Winter kritisch kalt werden kann, merkt man den Frost meist erst, wenn der Schaden da ist. Ein Temperaturalarm ist eines der nützlichsten kleinen Projekte für das smarte Zuhause, und er ist in einem Nachmittag aufgebaut.
Welcher Sensor passt
Wer bereits eine Smart-Home-Zentrale mit Zigbee betreibt, greift am einfachsten zu einem batteriebetriebenen Funksensor für Temperatur und Luftfeuchte. Die Dinger sind klein, laufen lange mit einer Knopfzelle und lassen sich in wenigen Minuten einbinden.
Wer lieber selbst lötet, baut den Sensor mit einem ESP32 und einem digitalen Temperaturfühler auf. Das ist etwas mehr Arbeit, bietet aber freie Wahl bei der Platzierung, zum Beispiel mit einem wasserdichten Fühler an einem Kabel, der direkt an die Wasserleitung geklebt wird. Mit einer fertigen Firmware wie ESPHome ist die Programmierung überschaubar.
Aufbau und Platzierung
Die meisten Fehler entstehen nicht bei der Technik, sondern beim Standort. Ein paar Punkte aus der Praxis:
- Den Sensor dort anbringen, wo es zuerst kalt wird: nahe am Boden, an der Außenwand, neben der Leitung. Unter der Decke sammelt sich die wärmste Luft.
- Die Funkstrecke prüfen, bevor alles festgeschraubt ist. Gartenhäuser liegen oft am Rand der Reichweite. Bei Zigbee hilft ein netzbetriebenes Gerät als Zwischenstation, etwa eine smarte Steckdose in der Nähe.
- Batterien im Blick behalten. Knopfzellen verlieren in der Kälte spürbar an Leistung. Ein Alarm bei niedrigem Ladestand gehört deshalb mit in die Automation.
- Beim ESP32 im Außenbereich auf ein Gehäuse achten, das vor Kondenswasser schützt.
Die Regel dahinter
Die eigentliche Automation ist schnell erstellt: Fällt die Temperatur unter einen festgelegten Schwellenwert, schickt das System eine Push-Nachricht aufs Handy. Der Schwellenwert sollte deutlich über null liegen, damit genug Zeit bleibt, etwas zu unternehmen. Bewährt haben sich wenige Grad plus.
Sinnvoll sind zwei weitere Regeln. Erstens eine Meldung, wenn der Sensor sich eine Weile nicht mehr gemeldet hat, denn ein stiller Sensor ist gefährlicher als ein kalter. Zweitens, falls vorhanden, das automatische Einschalten eines kleinen Frostwächters über eine smarte Steckdose. Dabei unbedingt auf die zulässige Last der Steckdose achten und nur Heizgeräte verwenden, die für den unbeaufsichtigten Betrieb geeignet sind.
Wer die Werte zusätzlich aufzeichnet, sieht nach dem ersten Winter genau, wie kalt es im Gartenhaus tatsächlich wird. Mit diesen Daten lässt sich dann entscheiden, ob die Leitung nur entleert werden muss oder ob eine Dämmung nötig ist.