Speicher sparen unter DOS

Unter DOS stößt man schnell an die 640KB-Grenze. Der Höhere Speicher kann von der DOS-BCM nicht genutzt werden.
Es gibt aber einige Tricks wie man aus dem Speicher noch mehr herausholt:

  • Die Codepages - Die Einträge "MODE CODEPAGE ..." können aus der AUTOEXEC.BAT komplett gelöscht werden. Ebenso der Tastaturtreiber "KEYB GR". Damit die Tastatur weiterhin benutzbar bleibt gibt es einen weitaus kleineren Treiber KEYB.SYS. Der Eintrag dazu kommt in die CONFIG.SYS "DEVICEHIGH=KEYB.SYS".
  • Andere Komponenten hochladen - mit "DEVICE=HIMEM.SYS" und "DEVICE=EMM386.EXE NOEMS" sowie "DOS=HIGH,UMB" in der CONFIG.SYS und dem verwenden von "DEVICEHIGH=" an Stelle von weiteren "DEVICE=" inder CONFIG.SYS können andere verwendete Elemente über den 640KB-Ram geladen werden.
  • Der Grafikspeicher - aus 640KB können schnell 720KB gemacht werden. Dies ermöglicht das Programm VIDRAM.COM. Außerdem muß die BCM dann mit dem Parameter "/c" gestartet werden, um nicht in den höheren Grafikmodus zu wechseln. Diese Variante sollte man als letztes einsetzen, wenn man sie mit den anderen kombiniert. VIDRAM funktioniert leider nicht bei allen Grafikkarten, also ausprobieren...
  • Alte oder spezielle BCM-Version - Es gibt verschiedene Versionen der BCM, in denen einige Features fehlen, dafür aber mehr Speicher frei ist. Je nachdem was man also benötigt, kann man sich seine Version heraussuchen. Eine ältere Version kann unter Umständen noch mehr Speicher sparen. Eine ältere Version als die 1.42 sollte allerdings nicht verwendet werden.
  • unnötige Systemdateien - Läuft die DOS-BCM unter Windows, und es existiert z.B. ein ATAPI-CD-ROM-Laufwerk, kann der Treiber aus der CONFIG.SYS gelöscht werden, da Windows einen eigenen Treiber benutzt. Andere TSRs sollten ggf. erst bei Bedarf in einer DOS-Box gestartet werden. Dies gilt z.B. auch bei Maus-Treibern.
  • Flexnet-Puffer senken - Der Puffer vom Flexnet sollte behutsam verringert werden. Durch angabe der Größe in KB als Parameter hinter "FLEXNET" bzw. dem "FLEXDIGI" kann man einiges an Speicher sparen, Flexnet aber auch langsamer machen.

  • Die Systemdateien könnten dann z.B. so aussehen:

    AUTOEXEC.BAT
    @ECHO OFF
    SET FLEXNET=C:\FLEXNET
    PATH C:\;c:\DOS;C:\FLEXNET;C:\BCM\RUNUTILS
    PROMPT $P$G
    CD \FLEXNET
    CALL FLEXNET.BAT
    C:\DOS\VIDRAM ON
    CD \BCM
    BCM.EXE /C
    
    CONFIG.SYS
    DEVICE=C:\DOS\himem.sys /testmem:off
    DEVICEHIGH=C:\DOS\EMM386.EXE NOEMS
    DEVICEHIGH=C:\DOS\KEYB.SYS
    Buffers=50,3
    Files=40
    dos=HIGH,UMB
    shell=C:\command.com /p
    

    Die BCM sollte nach dem Start immer mindestens um die 140KB Speicher frei haben. 80KB sind absolutes Minimum aber nicht mehr zu empfehlen. Sollte es keinen anderen Ausweg geben hilft nur ein Umstieg auf Windows NT (4.0 oder 2000) oder Linux.